150 Jahre Altschützengesellschaft Velden – ein kurzer Streifzug

Der Grundstein für die Altschützengesellschaft wurde vor 150 Jahren in Velden gelegt. Damit zählt dieser Verein zu den ältesten im Gebiet der Verwaltungsgemeinschaft Velden. Am 27. Oktober 1867 versammelten sich im Gasthaus „Zur Post“ 14 Veldener Bürger des Mittelstandes, um eine Gesellschaft zu gründen, die sich dem Schießen mit dem Zimmerstutzen widmen wolle. Sinn und Zweck dieser Gesellschaft sollte, neben dem gemeinsamen Üben im Umgang mit der Waffe und dem sportlichen Wettstreit, auch der gesellige Aspekt der Zusammenkünfte sein. Die Wahl der Vorstandschaft ergab Wolfgang Haberthaler als Schützenmeister und der Vereinsname „Zimmer-Schützen-Gesellschaft Velden“ wurde gefunden. Als Herbergslokal diente das Gasthaus „Zur Post“ (Stand 2017: Restaurant „Santorin“, Marktplatz 34) von Georg Reithmeyer. Unter wechselnden Wirten behielten die Schützen ihre Herberge bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Der Vereinsname selbst, wechselte jedoch über die Zeiten einige Male. Erst nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde aus der „Zimmer-Schützen-Gesellschaft“ die „Altschützengesellschaft Velden a.V.“ (Anm.: an der Vils). Bis 1933 gab es in Velden insgesamt vier Schützenvereine. Die „Jungschützengesellschaft Velden“ und die „Schützengesellschaft Edelweiss Velden a.V.“ fusionierten am 13. Dezember 1933 mit den Altschützen zur „Schützengesellschaft Velden, gegr. 1867“. Einen weiteren Zusammenschluss gab es am 8. Dezember 1937 mit der „Kleinkaliber-Abteilung Velden“. Daraus ging die „Altschützengesellschaft Velden, gegr. 1867“ hervor. Mit dem Einmarsch des 20. US-Armeekorps in Velden, am 1. Mai 1945, wurde der Verein dann faktisch aufgelöst. Die Wiedergründungsversammlung fand am 11. März 1953 im Gasthaus „Neue Post“ von Sebastian Strohmeier (Stand 2017: „Gesundheitszentrum Velden“ von Johann Strohmeier, Marktplatz 26) unter den ehemaligen Mitgliedern statt. Der anwesende 1. Bürgermeister Josef Böckl, als Vertreter der Gemeinde Velden, begrüßte die Wiedergründung ganz besonders. Er brachte zum Ausdruck, dass es Aufgabe und Verpflichtung sei, was einst die Väter geschaffen hatten zu erhalten und weiter zu pflegen. Daraufhin wurde auch der Beschluss gefasst, dass die Gesellschaft von diesem Tage ab wieder als gegründet galt und den Namen „Altschützengesellschaft Velden/Vils, gegr. 1867“ führte. Zum Schützenmeister wählte man Georg Holzner. Der Wandel von einer Zimmerstutzen-Schützengesellschaft zu einem Sportschützenverein, der sich auf den Umgang mit Luftgewehren konzentrierte, wurde mit dem Kauf zweier Vereins-Luftgewehre, Typ Walther LG53, eingeleitet. Die vorerst letzte Änderung des Vereinsnamens, hin zur „Altschützengesellschaft Velden e.V.“, ergab sich 1968 durch die Eintragung im Vereinsregister Vilsbiburg. Das Gasthaus „Neue Post“ diente bis 1965 als Herbergslokal der Altschützen, aber als die Familie Strohmeier den Ausschank einstellte, wechselte man in den Gasthof „Dirrigl“ (Stand 2017: Pension „Dirrigl“, Marktplatz 23). Zunächst schoss man hier an provisorischen Schießständen. In den, durch die Wirtsleute Dirrigl zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten, konnte im Februar 1967 dann ein Schießstand mit fünf handbetriebenen Scheibenzugständen fertiggestellt werden, welche im März 1975 auf elektrische Scheibenzugstände umgebaut wurden.  Jedoch galt es 2004 die Auflagen eines Sachverständigengutachten für die Schießanlage zu erfüllen, was den Rückbau eines Schießstandes zur Folge hatte. Mit den vier verbliebenen Schießständen kam es zu drastischen Einschränkungen im Schießbetrieb. Daher war man ab diesem Zeitpunkt gezwungen, sich nach Alternativen für eine neue Schießstätte umzusehen. Dabei bewies der Schützenmeister Oswald Seidl jun. einmal mehr sein Geschick und seine Hartnäckigkeit bei den Verhandlungen um die Nachfolgenutzung des ehemaligen Feuerwehrhauses der FFW Velden. Nach erfolgter mündlicher Zusage zur Überlassung im Jahre 2007, kam es 2010 zur Unterschrift des Übernahmevertrages und des Planentwurfes für den Umbau des Feuerwehrhauses. Die Bauarbeiten begannen schließlich im Frühjahr 2011 und fanden ihren Abschluss im Sommer 2012. Im neu entstandenen Schützenheim, in der Schulstraße 14, fiel der erste offizielle Schuss am 20. September 2012, zum Anfangsschießen der Altschützengesellschaft. Die Einweihungsfeier fand 2013 im Rahmen des Sommerfestes statt.

Nun befinden sich die Altschützen im 150-jährigen Jubiläumsjahr mitten in den Vorbereitungen zu ihrem Gründungsfest. Dieses freudige Ereignis wurde auch zum Anlass genommen, die beiden Standarten aus den Jahren 1908 und 1978 zu renovieren. Beim, im September 2017 stattfinden Gründungsfest, wird dies mit einer Fahnensegnung gekrönt werden. Den gebührenden Abschluss des Jubiläumsjahres soll die Durchführung des Gauschießens, vom 17. Bis 26. November, bilden. A.W.

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